Wie soll sich der Protestantismus im Verhältnis zu den nichtchristlichen Religionen positionieren? Hans-Martin Barth sieht die Keimzelle des Protestantismus, die Reformation, in einer dreifachen Beziehung zu nichtchristlichen Religionen – als Verbündete, als Provokation und als Reform-Impuls.
Professor em. Dr. Hans-Martin Barth
Alle Jahre wieder am Reformationsfest denken Protestanten darüber nach, worin der Sinn der Reformation bestand und was sie für heute bedeutet. Über Jahrzehnte, ja Jahrhunderte hin hat sich der Protestantismus in seinem Verhältnis zum Katholizismus definiert: Protestant sein hieß dann: nicht katholisch sein; keinen Papst haben, keine Marienanrufung, keine Bevormundung in Glaubensdingen. In der Tat kann man das eigene Profil immer dann am besten darstellen, wenn man es zu dem in Beziehung setzt, was und wie man selber nicht ist. Will man, ohne allgemeine Formeln zu verwenden, zum Ausdruck bringen, was »evangelisch sein« heißt, so ist das ja nicht ganz einfach.
Inzwischen leben in Europa Millionen von Muslimen; der Dalai Lama macht durch werbewirksame Auftritte den Buddhismus bekannt, und in Hamm in Westfalen steht ein hinduistischer Tempel. In vielen unserer Städte gibt es interreligiöse Initiativen und Dialoge. Die Kirchen der Reformation haben sich heute nicht nur den anderen christlichen Konfessionen, sondern auch den nichtchristlichen Religionen gegenüber zu profilieren. Wie ist hier vorzugehen? Ist der Protestantismus der große Störenfried unter den Religionen?
Ein Artikel von Prof. Dr. Hans-Martin Barth, weiterlesen bei "pfarrerblatt"
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