20 Jahre Internet

Neue Heimat im world-wide-web

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Der Begriff ‚Internet‘ ist eine Kurzform zum techn. Begriff  „Interconnected Networks“, also „mit-/untereinander verbundene Netzwerke“, auch „Zusammengeschaltete Netzwerke“. Inzwischen ist das weltweite Netz unübersichtlicher denn je. Der Vergleich mit dem Universum drängt sich auf: Wo endet das Internet eigentlich?
Digitaler Gesellschaftstanz, Grafiken: Altmann via pixelio.de, Collage: EV

Am 6. August 1991 lud der britische Physiker Tim Berners-Lee seine Kollegen in einem Diskussionsforum ein, einen Hyperlink anzuklicken. Was danach geschah, hat unsere Kommunikation revolutioniert. Aber wie das funktioniert, dieses Internet, das wissen wir nicht so richtig. Genau deshalb ist es so erfolgreich.

Hätten wir es lernen müssen wie ein Instrument, dann wäre es immer noch ein Werkzeug von Wissenschaftlern und Spezialisten. Artikel weiterlesen bei spiegel.de

Verbindungsmedium
Das Internet verbindet ICH und WELT miteinander. Verlangt aber auch ein Abschotten von der realen Umwelt. 

Heimatliche Selbstausrichtung
Die „heimatliche Selbstausrichtung“ setzt dem Versprechen globaler Vernetzung die Beschränkung auf einen individuell zentrierten relevant set entgegen. Home-Zones, die immer wieder aufgesucht werden, persönliche Steckenpferde und lokale Angebote des Supermarktes um die Ecke bestimmen bei vielen Internet-Usern den Alltag. Nur in diesen absteckten Enklaven findet sich ein geschützter Raum für ausgedehntere Touren und die Ausbreitung privater Besessenheiten - von Sammel-Leidenschaften bis zur ‚Erwachsenen-Unterhaltung‘.

Geburt des Internet-Cafés
Vor genau 20 Jahren, im Juli 1991, stellte der Amerikaner Wayne Gregori Rechner in mehreren Cafés der Bay Area von San Franciscos auf - mit Geldmünzen gefüttert, erlaubten diese den Zugang zum damals noch recht neuen Medium Internet: Das Internetcafé war geboren!

Veränderung des Informationswesens
Das Internet gilt bei vielen Experten als eine der größten Veränderungen des Informationswesens seit der Erfindung des Buchdruckes mit großen Auswirkungen auf diverse Bereiche des alltäglichen Lebens.
 
Weltweite Nutzung
Laut IWS hatten im März 2007 etwa 16,9 Prozent der Weltbevölkerung Zugang zum Internet. Laut EITO nutzen Anfang 2008 1,23 Milliarden Menschen das Internet. In der EU nutzen Anfang 2008 mehr als die Hälfte (51 Prozent) der 500 Millionen EU-Bürger regelmäßig das Internet, wobei 40 Prozent das Internet gar nicht benutzen.

Deutschland
Etwa 60 Prozent aller Deutschen nutzen regelmäßig das Internet, Tendenz steigend um 2 bis 3 Prozent jährlich. In etwa 75 Prozent der deutschen Haushalte stehen PCs mit Internetanschluss, die jedoch mehr von jungen Menschen als von alten Menschen genutzt werden. In Deutschland verfügen ungefähr 68 Prozent der Erwachsenen über einen Internetanschluss. Etwa 80 Prozent der deutschen Jugendlichen (10-13 Jahre) nutzen das Internet. Neben alten Menschen nutzen in Deutschland auch sozial Schwache und Arbeitslose das Internet weniger.

Die digitale Kluft: Wissenskluft
Der Begriff digitale Kluft, auch digitale Spaltung genannt, taucht seit Mitte der 1990er-Jahre in der öffentlichen Diskussion auf. Dabei handelt es sich um eine Aktualisierung der Hypothese einer Wissenskluft.

Wer Zugang zu modernen Kommunikationstechniken hat, hat bessere Entwicklungschancen
Die "digitale Kluft" steht für die Befürchtung, dass die Chancen auf den Zugang zum Internet und anderen (digitalen) Informations- und Kommunikationstechniken ungleich verteilt und stark von sozialen Faktoren abhängig sind und
dass diese Chancenunterschiede ihrerseits gesellschaftliche Auswirkungen haben, mit anderen Worten: Wer Zugang zu modernen Kommunikationstechniken hat, hat bessere soziale und wirtschaftliche Entwicklungschancen.
Der Begriff digitale Kluft wird sowohl auf die Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen innerhalb einer Gesellschaft als auch auf in Bezug auf die Unterschiede zwischen Industrieländern und Entwicklungsländern angewandt. Der Begriff der Digitalen Kluft ist zugleich eine Anlehnung an die sogenannte Wissenskluft. (Themen zur Informationsethik kommen verstärkt auf: "Internet darf nicht ausgrenzen")

Kein endgültiger Werkscharakter
Das Internet eignet sich dafür, über zeitliche und räumliche Distanzen hinweg schriftlich zu kommunizieren. Es vereint dabei multimediale Aspekte und integriert diese in seine Schriftlichkeit (z.B. Emoticons - Symbole, die sich bewegen und bestimmte Gefühlszustände darstellen sollen). Außerdem unterliegt es einer beständigen Metamorphose und hat keinen Anspruch auf endgültigen Werkscharakter. Die Texte im Internet sind kodiert, somit immateriell und exteriorial. Die schriftlichen Produkte im Internet lassen sich schnell verändern und verlangen die Bereitschaft, sich beständig auf Neues einzustellen.

Quellen: spiegel, business-on.de, rheingold-online.de, wikipedia 

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Siehe auch Artikel bei rheingold-online: Neue Heimat im Internet