Die gespaltene Kirche

"Der Vatikan und seine hierarchischen Vorposten werden alle ihre Vorschläge als sattsam bekannten Aktionismus zulasten der katholischen Identität abtun."

 
Kritische Stimmen fordern Papst Benedikt XVI heraus. (Bild: dpa)



Basiskatholiken contra Salonkonservative - das ist ein Konflikt, den die katholische Kirche offenbar nicht lösen kann. Auch die Theologieprofessoren werden mit ihrem jüngsten Reformappell (Memorandum) keineswegs den "Befreiungsschlag" landen, den einige Unterzeichner beschwören.


 

Dieses rhetorische Katz-und-Maus-Spiel offenbart die Misere der kirchlichen Reformdebatte. Nach immer demselben Muster bringt die eine Seite ihre Reizthemen aufs Tapet: den Pflichtzölibat abschaffen, Frauen zu den Weihen zulassen, die Sexualmoral liberalisieren, den Laien mehr Kompetenzen geben. Die andere Seite wittert unheilvolle Konzessionen an den Zeitgeist. Das eigentliche Revitalisierungsprogramm der Kirche besteht für sie aus Gebet und Gottesdienst und Treue zur Tradition.
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Angst vor Spaltung

Unterdessen wurde eine private Homepage mit dem Namen [->] Gebet-für-Professoren online gestellt, die 
zum Gebet für die "verirrten" Professoren (Unterzeichner des Memorandum)  aufruft.

Darin heißt es unter anderem:

"Über 200 Theologieprofessoren haben sich im Februar 2011 in einem öffentlichen Akt gegen zentrale Punkte des katholischen Glaubens ausgesprochen. Dieses Faktum macht zwei Schlüsse wahrscheinlich:

Erstens zeigt der Aufruf, wie sehr die Einheit der Kirche in Deutschland in Gefahr ist und dass dieser Zustand schon in naher Zukunft zu einer Spaltung führen kann. Zweitens scheint es, dass sich viele Lehrer der Theologie – weit mehr als nur die Anzahl der Unterzeichner des Aufrufs – soweit vom Glauben der Kirche entfernt haben, dass deren Beziehung zu Jesus Christus und seiner Kirche schweren Schaden genommen hat.

Vor diesem Hintergrund sind eine kämpferische Einstellung und provozierendes Verhalten unangebracht und werden lediglich zu einer weiteren Verschlechterung der Situation führen. Deshalb erscheint ein aufrichtiges und von Liebe getragenes Gebet als bestes Heilmittel zur Überwindung der gegenwärtigen Lage. Wir sind von der Hoffnung erfüllt, dass der Herr uns durch dieses Gebet wieder zurück zu Einheit und Geschlossenheit führen wird und seine Kirche zu neuer Stärke und Heiligkeit gelangen lässt.

Mit dieser Seite möchten wir Sie einladen, für die Kirche in Deutschland und in besonderer Weise für die Unterzeichner des Memorandums „Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch“ zu beten.