
Dieses besondere Trostlied "Befiehl Du Deine Wege" ist im evangelischem Gesangbuch unter der Rubrik "Angst und Vertrauen" verzeichnet. Paul Gerhardt hatte das Lied in der Zeit seiner theologischen Auseinandersetzung geschrieben, die dann auch zu seiner Amtsenthebung geführt hatte. Besonders hatte er das Trostlied seiner verzweifelten Ehefrau zugedacht.
| Das ev. Magazin "chrismon" schreibt dazu: "Dieses kunstvolle Gedicht gehört zu den berühmtesten Liedern Paul Gerhardts. Ein Werk, das zu allen (Kirchen-)Jahreszeiten Konjunktur hat und besonders bei Beerdigungen als tröstend und stärkend empfunden wird. Es enthält eine für Paul Gerhardt so typische Mischung aus Gotteslob und Ermunterung, die in der 6. Strophe eine treffliche Zusammenfassung findet. „Befiehl du deine Wege“ ist in der kunstvollen Form eines sog. „Akrostichons“ gedichtet. Das ist ein Gedicht, bei dem das erste oder die beiden jeweils ersten Worte einer Zeile hintereinander gelesen einen Satz ergeben. Hier ist es der 5. Vers des 37. Psalms: |
Lesen Sie seine Biographie "Werk und Leben" bei [->] chrismon "Paul Gerhardt 2007"
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Befiehl du deine Wege
Und was dein Herze kränkt,
Der allertreusten Pflege
Des, der den Himmel lenkt!
Der Wolken, Luft und Winden,
Gibt Wege, Lauf und Bahn,
Der wird auch Wege finden,
Da dein Fuß gehen kann. Dem Herren musst du trauen,
Wenn dir’s soll wohlergehn;
Auf sein Werk musst du schauen,
Wenn dein Werk soll bestehn.
Mit Sorgen und mit Grämen
Und mit selbsteigner Pein
Läßt Gott sich gar nichts nehmen,
Es muß erbeten sein. Dein’ ew’ge Treu’ und Gnade,
O Vater, weiß und sieht,
Was gut sei oder schade
Dem sterblichen Geblüt;
Und was du dann erlesen,
Das treibst du, starker Held,
Und bringst zum Stand und Wesen,
Was deinem Rat gefällt. Weg’ hast du allerwegen,
An Mitteln fehlt dir’s nicht;
Dein Tun ist lauter Segen,
Dein Gang ist lauter Licht,
Dein Werk kann niemand hindern,
Dein’ Arbeit darf nicht ruhn,
Wenn du, was deinen Kindern
Ersprießlich ist, willst tun. Und ob gleich alle Teufel
Hier wollten widerstehn,
So wird doch ohne Zweifel
Gott nicht zurückegehn;
Was er sich vorgenommen,
Und was er haben will,
Das muss doch endlich kommen
Zu seinem Zweck und Ziel. Hoff, o du arme Seele,
Hoff und sei unverzagt!
Gott wird dich aus der Höhle,
Da dich der Kummer plagt,
Mit großen Gnaden rücken;
Erwarte nur die Zeit,
So wirst du schon erblicken
Die Sonn’ der schönsten Freud’. Auf, auf, gib deinem Schmerze
Und Sorgen gute Nacht!
Laß fahren, was dein Herze
Betrübt und traurig macht!
Bist du doch nicht Regente
Der alles führen soll;
Gott sitzt im Regimente
Und führet alles wohl. Ihn, ihn lass tun und walten,
Er ist ein weiser Fürst
Und wird sich so verhalten,
Daß du dich wundern wirst,
Wenn er, wie ihm gebühret,
Mit wunderbarem Rat
Die Sach’ hinausgeführet,
Die dich bekümmert hat. Er wird zwar eine Weile
Mit seinem Trost verziehn
Und tun an seinem Teile,
Als hätt’ in seinem Sinn
Er deiner sich begeben,
Und sollt’st du für und für
In Angst und Nöten schweben,
Frag’ er doch nichts nach dir. Wird’s aber sich befinden,
Dass du ihm treu verbleibst
So wird er dich entbinden,
Da du’s am mind’sten gläubst;
Er wird dein Herze lösen
Von der so schweren Last,
Die du zu keinem Bösen
Bisher getragen hast. Wohl dir, du Kind der Treue!
Du hast und trägst davon
Mit Ruhm und Dankgeschreie
Den Sieg und Ehrenkron’.
Gott gibt dir selbst die Palmen
In deine rechte Hand,
Und du singst Freudenpsalmen
Dem, der dein Leid gewandt. Mach End’, o Herr, mach Ende
An aller unsrer Not,
Stärk unsre Füß’ und Hände
Und lass bis in den Tod
Uns allzeit deiner Pflege
Und Treu’ empfohlen sein,
So gehen unsre Wege
Gewiss zum Himmel ein.
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