"Christus hat die Grenzen zwischen den Konfessionen bereits niedergerissen"

Ökumenischer Gottesdienst im Rahmen der Gebetswoche
für die Einheit der Christen

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LandesbischofBedford-Strohm:
„Es gibt keinen evangelischen Christus!
Es gibt keinen katholischen Christus!
Es gibt keinen orthodoxen Christus!“

 

Im zentralen ökumenischen Gottesdienst der Gebetswoche zur Einheit der Christen heute im Münchner Dom betonte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in seiner Predigt, dass Christus die Grenzen zwischen Christen der verschiedenen Konfessionen bereits niedergerissen habe. „Es gibt keinen evangelischen Christus! Es gibt keinen katholischen Christus! Es gibt keinen orthodoxen Christus!“ betonte der Landesbischof im Gottesdienst, den er gemeinsam mit Kardinal Reinhard Marx und dem serbisch-orthodoxen Erzpriester Branislav Cortanovacki feierte.  Bedford-Strohm, hat erstmals im katholischen Münchner Liebfrauendom gepredigt. Bei der Eröffnung der Gebetswoche zur Einheit der Christen rief er zur Weiterentwicklung der Ökumene auf.

Im Glauben an den einen Christus sei die Sehnsucht vieler Christen nach Einheit bereits erfüllt, so Bedford-Strohm. „Wir singen zusammen, wir beten hier zusammen, wir hören zusammen auf Gottes Wort, und wir empfinden Gemeinschaft miteinander. Wir wissen im Herzen ganz genau, dass wir alle miteinander das Volk Gottes sind, dass wir Glieder am Leibe Christi sind und dass die wechselseitige Achtung der gewachsenen Traditionen, in denen wir Christus heute begegnen, uns nicht trennt, sondern verbindet“. Dies sei keine „ersehnte Einheit“, so der Landesbischof weiter, sondern eine heute bereits erfahrbare Einheit, „die wir im Herzen fühlen und die bis in die Tiefen unserer Seele reicht. Wir schauen in dieser Kirche einander an und wir wissen ganz genau, dass der andere Mensch, der uns da begegnet, unser Bruder, unsere Schwester in Christus ist“. Bedford-Strohm weiter: „Ist diese Erfahrung der Einheit nicht viel gewaltiger, viel tiefgehender, viel nachhaltiger als alle institutionellen Grenzen, die  uns noch voneinander trennen?“

Die Klage über die „institutionellen Grenzen“ der Ökumene habe „ihren Ort“, so der Landesbischof, viel wesentlicher jedoch sei die tiefe Erfahrung der Einheit in gemeinsam gefeierten Gottesdiensten.

Während seiner Amtszeit wolle er den Menschen "Lust auf Glauben machen", kündigte Bedford-Strohm bei seinerm Amtsantritt als Landesbischof an. Ein weiteres wichtiges Thema für ihn ist die Ökumene. Von vornherein betonte Bedford-Strohm, dass nur eine Ökumene auf Augenhöhe, als gleichberechtigter Partner, Sinn macht. Mit Kardinal Reinhard Marx, mit dem er in diesem Bereich künftig viel zu tun haben wird, verbindet ihn sein großes Interesse für Sozial- und Wirtschaftsethik.