"Wunderbares Zeichen ökumenischer Freundschaft"

Bischof Ackermann spricht bei Morgenandacht auf evangelischer Landessynode

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Bad-Neuenahr–Ahrweiler – Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann hat als erster katholischer Bischof eine Morgenandacht bei einer evangelischen Landessynode gehalten. Am 13. Januar sprach er am letzten Tag der 63. Rheinischen Landessynode, die seit 8. Januar in Bad-Neuenahr–Ahrweiler zusammengekommen war. Es sei ein „großer Vertrauensbeweis und eine Ehre“, sagte Ackermann zu Beginn der Morgenandacht.

Bei dem geistlichen Impuls betonte Ackermann seine Freude darüber, dass die evangelische Kirche sich an der Heilig-Rock-Walfahrt vom 13. April bis 13. Mai in Trier beteiligen wird.
Er sei etwa „berührt angesichts der Sorgfalt, der Kreativität und der Ernsthaftigkeit“, mit der die Orientierungshilfe der Evangelischen Kirche im Rheinland zur Heilig-Rock-Wallfahrt gestaltet worden sei, „die auch kritische Stimmen nicht verschweigt.“ Dabei betonte er auch, dass es nicht um eine „Wallfahrt zum Heiligen Rock“ gehe, sondern um eine „Heilig-Rock-Wallfahrt, bei der es um Jesus Christus geht.“ Zwar sei die Heilig-Rock-Wallfahrt zunächst eine katholische Veranstaltung: „Doch in dem katholischen ‚Gewand’ lenkt sie unseren Blick auf die gemeinsame Mitte unseres Glaubens.“

Angesichts der Herausforderungen der Zeit, denen beide großen Kirchen gleichermaßen begegneten – etwa medizinisch-ethischen Fragen, finanziellen Fragen und schrumpfenden personellen Ressourcen – sei die Ökumene besonders wichtig. Bischof Ackermann lud die evangelischen Christen dazu ein, die Pilgerwege in und um Trier gemeinsam zu begehen, so dass sie zu ökumenischen „Entdeckungsreisen auf Gegenseitigkeit“ werden könnten. Dabei sollen die gemeinsamen Pilgerwege nicht nur eine Möglichkeit sein, über den „eigenen kirchlich-konfessionellen Zaun hinweg zu schauen.“ Auch für Menschen, die dem christlichen Glauben distanzierter gegenüber stünden, könnten die Pilgerwege eine Entdeckungsreise werden, „die auf neue Weise neugierig macht auf den Glauben der Christen.“


Ackermann verwies zudem auf das Leitwort der Wallfahrt: „Und führe zusammen, was getrennt ist“, das aus dem Wallfahrtsgebet von 1959 stammt. Damit werde das Anliegen der Einheit der Christenheit betont, es lenke den Blick aber auch auf Zerissenheit und Entfremdung in der Gesellschaft. Das Leitwort sei „kein Appell an die Anderen“ und „kein Schlachtruf“. Es sei vielmehr ein Gebet. „Wenn wir auf den Herrn zugehen, dann finden wir auch zueinander und zu uns selbst“, sagte Ackermann.


Der rheinische Landespräses Nikolaus Scheider erklärte, es sei ein „wunderbares Zeichen ökumenischer Freundschaft“, dass Ackermann sich die Zeit genommen habe, vor den Synodalen zu sprechen und in ökumenischer Verbundenheit die Morgenandacht zu begehen: „Es entspricht dem, wie das Bistum Trier und die evangelische Kirche im Rheinland miteinander umgehen.“ Auch die gemeinsame Beteiligung an der Heilig-Rock-Wallfahrt würde dieses zeigen.


Inspiriert zu der Bibelstelle aus dem ersten Korintherbrief, die Ackermann während seines Morgenimpulses vorgetragen hatte, wurde er durch den „Bibelroboter“, der seit dem Heilig-Rock-Fest am 6.Mai 2011 bis zum Beginn der Wallfahrt vor dem Trierer Dom die Bibel schreibt. Grundlage ist hierfür die Übersetzung aus der Lutherbibel – da sie zu Beginn des Buchdrucks zu einem der wichtigsten Texte gehörte.


Vom 13. April bis 13. Mai 2012 lädt das Bistum Trier zur Heilig-Rock-Wallfahrt nach Trier ein. Dann wird erstmals seit 1996 der Heilige Rock wieder im Trierer Dom zu sehen sein. Der Heilige Rock, die Tunika Jesu Christi, ist die bedeutendste Reliquie des Trierer Doms. Dort wird er verschlossen und nicht sichtbar aufbewahrt. Die Geschichte des Heiligen Rocks ist ein Gewebe aus Legenden und Überlieferungen. Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, soll ihn im 4. Jahrhundert nach Trier gebracht haben. Informationen rund um die Heilig-Rock-Wallfahrt gibt es im Internet unter www.heilig-rock-wallfahrt.de oder im Wallfahrtsbüro, Tel.: 0651-7105-8012.

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