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Grafik: Hildegard Endner via pixelio.de
Unsere Silvesterparty feierten wir gestern mit Freunden bei einem schönen Essen. Es gab Fisch - und dazu einen guten Wein. Und Brot.
Ein paar Fische, Brot und Wein.
Mehr hatte Jesus auch nicht.
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
in einer Tageszeitung hieß es gestern: Voll auf die Zwölf...das Jahr der Apokalypse.
Was auch immer das heißen mag. Ja klar: Die Presse hat trefflich Grund mit reißerischen Themen auf sich aufmerksam zu machen. Als wenn die Unwägbarkeiten des Lebens noch nicht reichen würden! Dann kommt auch noch der vermeintlich kurz bevorstehende Weltuntergang ins Spiel. Eine andere Tageszeitung schreibt in ihrer Neujahrs-Beilage: Wir werden alle sterben, aber nicht alle auf einmal. Eine Ansage gegen die selbsternannten Weltuntergangspropheten.
Das Jahr 2012 kann schon ein Jahr der tiefgreifenden Umwälzungen werden.
Persönlich und gesellschaftlich. Viele sind sich da ganz sicher.
Wie dem auch sei: Es gilt auch diesmal wieder der Bonhoeffer-Satz von den Guten Mächten...
Irgendwie wird man an den Engel des Tobias erinnert.
In der Krise braucht es mehr Vertrauen als Mut.
Und manchmal muss man ganz protestantisch auch mal im Menschen den Engel sehen.
In diesem Sinne geht es weiter auf unserem Weg durch dieses Leben.
Wir wünschen Ihnen auch im neuen Jahr immer die Gewissheit und das Gefühl, dass Sie gut begleitet sind.
Von Gott, unserem himmlischen Vater, von Engeln und von Menschen.
Geborgen und kraftvoll, trotz scheinbarer Schwäche.
Ihre CiD-Redktion


Präses Nikolaus Schneider hat heute morgen in seiner Neujahrspredigt aus der Dresdner Frauenkirche auf die Dichterin Hilde Domin mit ihrem Gedicht "Bitte" verwiesen:
Bitte
von Hilde Domin
Wir werden eingetaucht
und mit den Wassern der Sintflut gewaschen
Wir werden durchnässt
bis auf die Herzhaut
Der Wunsch nach der Landschaft
diesseits der Traumgrenze
taugt nicht
der Wunsch den Blütenfrühling zu halten
der Wunsch verschont zu bleiben
taugt nicht
Es taugt die Bitte
dass bei Sonnenaufgang die Taube
den Zweig vom Ölbaum bringe
dass die Frucht so bunt wie die Blume sei
dass noch die Blätter der Rose am Boden
eine leuchtende Krone bilden
und dass wir aus der Flut
dass wir aus der Löwengrube
und dem feurigen Ofen
immer versehrter und immer heiler
stets von neuem
zu uns selbst
entlassen werden.
Neujahrslied
Gedichtet von Paul Gerhardt
Das Lied besteht aus zwei Teilen, einem resümierenden Lob (Str. 1-7) und einer Segensbitte (Str. 8-15) deren durch Einsilber eingeleitete Einzelbitten (Str. 8-13) das jeweilige Anliegen intensivieren.
1. Nun laßt uns gehn und treten
Mit Singen und mit Beten
Zum Herrn, der unserm Leben
Bis hierher Kraft gegeben.
2. Wir gehn dahin und wandern
Von einem Jahr zum andern,
Wir leben und gedeihen
Vom alten zu dem neuen.
3. Durch so viel Angst und Plagen,
Durch Zittern und durch Zagen,
Durch Krieg und große Schrecken,
Die alle Welt bedecken.
4. Denn wie von treuen Müttern
In schweren Ungewittern
Die Kindlein hier auf Erden
Mit Fleiss bewahret werden:
5. Also auch und nicht minder
Läßt Gott sich seine Kinder,
Wenn Not und Trübsal blitzen,
In seinem Schosse sitzen.
6. Ach Hüter unsers Lebens,
Fürwahr, es ist vergebens
Mit unserm Tun und Machen,
Wo nicht dein' Augen wachen.
7. Gelobt sei Deine Treue,
die alle Morgen neue,
Lob sei den starken Händen,
die alles Herzleid wenden!
8. Laß ferner dich erbitten,
O Vater, und bleib mitten
In unserm Kreuz und Leiden
Ein Brunnen unsrer Freuden.
9. Gib mir und allen denen,
Die sich von Herzen sehnen
Nach dir und deiner Hulde,
Ein Herz, das sich gedulde!
10. Schleus zu die Jammerpforten
und lass an allen Orten
auf so viel Blutvergießen
die Freudenströme fließen.
11. Sprich Deinen milden Segen
zu allen unsern Wegen,
lass Großen und auch Kleinen
die Gnadensonne scheinen!
12. Sei der Verlassnen Vater,
Der Irrenden Berater,
Der Unversorgten Gabe,
Der Armen Gut und Habe!
13. Hilf gnädig allen Kranken,
Gib fröhliche Gedanken
Den hochbetrübten Seelen,
Die sich mit Schwermut quälen!
14. Und endlich, was das meiste,
Füll uns mit deinem Geiste,
Der uns hier herrlich ziere
Und dort zum Himmel führe!
15. Das alles woll'st du geben,
O meines Lebens Leben,
Mir und der Christenschare
Zum sel'gen neuen Jahre!
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