Maria Magdalena,
Ölgemälde um1858-60 von Anthony Frederick Augustus Sandys (1829–1904)
Am 22. Juli ist der Gedenktag Maria Magdalenas in der katholischen und orthodoxen Kirche.
Über Maria Magdalena oder Maria von Magdala wird im Neuen Testament berichtet. Alle vier Evangelisten erwähnen sie als Zeugin der Auferstehung. Ihrem Beinamen nach stammt sie wohl aus dem Ort Magdala am See Genezareth im Heiligen Land.
Apostola apostolorum – „Apostelin der Apostel“
Nach den Evangelien trieb Jesus ihr sieben Dämonen aus (Lk 8,2 EU; Mk 16,9 EU). Maria Magdalena gehörte zu den Frauen, die Christus nachfolgten und für seinen und der Jünger Unterhalt sorgten (Lk 8,3 EU).
Diese Frauen begleiteten ihren Herrn nach Jerusalem, sie standen unter dem Kreuz, als die meisten Jünger geflohen waren (Mt 27,55f EU), halfen beim Begräbnis (Mt 27,61 EU; Mk 15,47 EU) und entdeckten am Ostermorgen das leere Grab (Mk 16,1-5 EU, Joh 20,1 EU). Nach dem Maria Magdalena hiervon den Jüngern berichtet hatte, begegnete ihr als erster der Auferstandene und trug ihr die Auferstehungsbotschaft an die Jünger auf (Joh 20,11-18 EU).
Daher wurde Maria Magdalena schon in der Alten Kirche als „Apostelgleiche“ verehrt.
Maria, die Apostelin Foto: Hl. Hippolyt von Rom , |
Kirchliche Tradition
Papst Gregor I. setzte im Jahr 591 (darin Hippolytus folgend) in einer Predigt Maria von Magdala mit der Sünderin gleich, die Jesus die Füße wusch und deren Name nicht überliefert ist (Lk 7,36-50 EU). Diese Identifikation wurde ein Teil der katholischen Überlieferung um Maria Magdalena, in der diese andererseits aber auch oft mit Maria von Bethanien, der Schwester von Martha von Bethanien und Lazarus gleichgesetzt wird.
Später deutete man die Bezeichnung „Sünderin“ als „Prostituierte“. Noch bis 1996 gab es in Irland sogenannte Magdalenenheime, eine von katholischen Ordensschwestern geleitete Organisation zur Aufnahme „gefallener Mädchen und Frauen“.
Die orthodoxe Kirche unterschied Maria von Magdala und Maria von Bethanien, während der Protestantismus später drei verschiedene Personen unterschied, nämlich die Sünderin aus (Lk 7,36-50 EU), Maria von Bethanien (Lk 10,38-42 EU) und Maria Magdalena.
Patronat
Maria Magdalana ist die Schutzpatronin der Frauen, der Verführten, der reuigen Sünderinnen, der Schüler, Studenten und Gefangenen sowie der Winzer, Weinhändler, Handschuhmacher und Friseure. Sie ist die Patronin der im 13. Jahrhundert gegründeten Ordensgemeinschaft der Magdalenerinnen.
Christliche Ikonographie
In der Kunstgeschichte gibt neben der Darstellung Maria Magdalenas als Sünderin weitere Darstellungen, etwa am Grab (Noli me tangere), die Füße Jesu salbend, als Büßerin, unter dem Kreuz. Ihr Ikonographisches Heiligenattribut sind Salbentiegel und prächtige Kleidung. Entsprechend der Tradition, Maria Magdalena mit der Sünderin, die Jesus die Füße salbt, gleichzusetzen, wird sie immer wieder mit wallendem, offenen Haar (als Kennzeichen einer Prostituierten) dargestellt.
Quelle: wikipedia,
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