Was ist eigentlich Aufklärung?

Osnabrücker Philosoph beantwortet die Frage: Historische Bewegung und ständige Aufgabe für die Gegenwart


Immanuel Kant (* 22. April 1724 in Königsberg; † 12. Februar 1804 ebenda) war ein deutscher Philosoph der Aufklärung. Er zählt zu den bedeutendsten Vertretern der abendländischen Philosophie. Sein Werk Kritik der reinen Vernunft kennzeichnet einen Wendepunkt in der Philosophiegeschichte und den Beginn der modernen Philosophie. Nicht nur in der Erkenntnistheorie, sondern auch in der Ethik mit dem Grundlagenwerk Kritik der praktischen Vernunft und in der Ästhetik mit der Kritik der Urteilskraft sowie bedeutenden Schriften zur Religions-, Rechts- und Geschichtsphilosophie schuf Kant eine neue, umfassende Perspektive in der Philosophie, welche die Diskussion bis ins 21. Jahrhundert maßgeblich beeinflusst.

„Aufklärung“ ist eine Aufgabe, die sich zahlreiche Kulturen selbst gestellt haben. Historisch betrachtet, bezeichnet dieser Begriff eine Periode des kulturellen Wandels in West- und Mitteleuropa im 17. und 18. Jahrhundert.

Vernunft
Der deutsche Begriff „Aufklärung“ übersetzt die ältere englische Bezeichnung „enlightenment“ ["Vernunft", "Erleuchtung",
"The age of reason" Anm. der CiD-Redaktion].
Sapere aude!

Im deutschen Sprachraum wird er als Selbstbezeichnung für die damalige Epoche erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts diskutiert. Berühmt wurde Immanuel Kants Antwort auf die Frage „Was ist Aufklärung?“ Er nennt sie in einem Essay von 1783 den „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“. Und er empfiehlt: „Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Das Schlimme an der Unaufgeklärtheit seiner Zeit ist für ihn die Bevormundung des Geistes durch Staat und Kirche. Deshalb nimmt er an: Er und seine Zeitgenossen leben keineswegs schon in einem „aufgeklärten Zeitalter“, wohl aber in einem „Zeitalter der Aufklärung“. Denn die Selbstbestimmung des Menschen bleibt eine ständige Aufgabe der Menschheit.


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Quellen: NOZ, wikipedia