
Die Sternsinger werden von der jeweiligen Pfarrgemeinde ausgesandt, oft findet die Aussendungsfeier in einem feierlichen Gottesdienst statt. Hier in der kath.Pfarr-Gemeinde Salvator in Köln-Weidenpesch; Foto:CiD
Am Dreikönigstag, dem 6. Januar, ziehen die Sternsingerinnen und Sternsinger durch Städte und Dörfer, um den Weihnachtssegen weiter zu tragen.
Wie in jedem Jahr werden die Sternsinger auch 2012 in Berlin vom Bundespräsidenten und in anderen großen Städten im Rathaus erwartet. Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion Sternsinger zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mehr als 730 Millionen Euro wurden seither gesammelt, über 58.700 Projekte für benachteiligte Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 52. Aktion zum Jahresbeginn 2010 sammelten die Mädchen und Jungen aus 11.853 Pfarrgemeinden 40,6 Millionen Euro.
Auch in diesem Jahr ziehen die Jungen und Mädchen am 6.1. wieder segenbringend aus und geben Zeichen über manche Haustür: 20*C+M+B*12
Das Zeichen 20*C+M+B*12 ist nicht (nur) die Abkürzung der Namen der drei Könige aus der Weihnachtsgeschichte Caspar, Melchior und Balthasar, sondern heißt:
„Christus mansionem benedicat“ (= Christus segne dieses Haus).
* * *

Die drei Weisen (Wissenschaftler, Magier, König) aus dem Morgenland
Mosaik aus Ravenna - 6.Jh.
Drei Weise in drei Lebensaltern: Ein alter Mann mit weißem Bart Melchior,
ein Erwachsener mit braunem Bart Kaspar,
ein bartloser Jüngling Balthasar.


Epiphanias führt uns von der Weihnachtszeit in die Fastenzeit. Das Geschehen der Verklärung Jesu, das uns unsere herrliche Zukunft ahnen lässt, wird uns in einem besonderen Gottesdienst am Schnittpunkt der beiden Zeiten nochmals beschäftigen.
"Epiphanias" bedeutet also zusammengefasst, dass Jesus und Gott sichtbar wird. Es ist die Erscheinung des Sohnes Gottes, Gott wird Mensch und nicht umgekehrt - auch wenn wir seine Kinder sind. ER erscheint in der göttlicher Vielfalt in uns Menschen.
Auch hier hat die Jahreslosung für 2012 einen besonderen Wert:
Jesus Christus spricht:
Meine Kraft ist in den
Schwachen mächtig.
2. Korinther 12,9
Die liturgische Farbe ist am 6.1. und bleibt am letzten Sonntag nach Epiphanias weiß, denn beide Tage sind Christusfeste und zeigen uns damit deren gesamte Dauer.
Caspar + Melchior + Balthasar
Christus Mansionem Benedicat
Christus segne dieses Haus
Eine Auslegung von Robert Nowak (Auszug aus einer Predigt)
![]() |
Gold |
![]() |
Weihrauch |
Das lateinische Wort für Priester lautet ´Pontifex', das heißt Brückenbauer und bezeichnet die Aufgabe des Priester: er baut eine Brücke zu Gott. Bei den Israeliten konnte der Sünder nur durch die Hilfe des Priesters entsühnt werden, Vergebung seiner Sünden erlangen. Diese Funktion hat nun Jesus übernommen. Mit ihn bedürfen wir keines menschlichen Priesters mehr, der zwischen Gott und Mensch vermittelt, indem er ein Opfer bringt .Die 'goldene Brücke' ist gebaut: Jesus ist da, der vermittelt hat zwischen Gott und dir. Aus diesem Grunde, und nur aus diesem Grunde sandte Gott seinen Sohn. Und Jesus vermittelt nicht zwischen Gott und uns indem er unser Opfer vor Gott wohlgefällig macht, sondern indem er selbst das Opfer ist, das wohlgefällig ist vor Gott. Daraus folgern für uns zwei wichtige Gedanken.
Das ist der erste wichtige Gedanke:
Wir brauchen keinen anderen Vermittler mehr, es gibt aber auch keinen anderen mehr.
Jesus selbst sagt später die entscheidenden Worte:
Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich.
![]() |
Myrrhe |
Auf einem berühmten englischen Jesus Gemälde ist Jesus als Knabe dargestellt, der an der Tür einer Zimmerwerkstatt in Nazareth steht. Die Abendsonne scheint zur Tür herein, in der der junge Jesus seine Glieder streckt, um sich von der Arbeit an der Werkbank zu entspannen. Während er mit ausgestreckten Armen in der Türe steht, wirft die Abendsonne seinen Schatten an die Rückwand: ein Kreuz. ( nach W. Barclay) Auf anderen alten Gemälden ist manchmal die Krippe im Stall dargestellt und an einer Wand hängt ein Kreuz mit dem Gekreuzigten, was natürlich sachlich unrichtig, theologisch aber von tiefer Bedeutung ist. Das ist bittere Wahrheit und doch Evangelium, frohe Botschaft: Jesus kam in diese Welt, um zu sterben, zu sterben für uns, zur Erlösung von unseren Sünden.
Myrrhe, die Totenbeigabe
Und so ist dem Leichnam Jesu einmal wirklich Myrrhe, die Totengabe, beigegeben worden, weil er hingerichtet am Kreuz für unsere Sünden starb. Es wird oft die Frage gestellt, ob dieser entsetzliche Tod Jesu nötig war, ob Gott sich nicht einen anderen Weg hätte wählen können. Ja, die Aussagen gehen sogar so weit, dass man Gott als einen grausamen Gott bezeichnet, der das Leben seines Sohnes bedenkenlos opfert. Das sind abwegige Gedanken. Hätte Gott einen anderen Weg wählen können, er hätte es getan. Sagt die Bibel doch, dass der Vater den Sohn liebt seit Anbeginn allen Seins. Nein, aus dem Handeln Gottes spricht nur eins: dass er uns unendlich liebt, so sehr liebt, dass er sogar das Einzige, Beste und Wertvollste, letztlich sich selbst gibt in seinem Sohn. Denn es ist doch nicht so, dass ein Vater hier seinen Sohn ans Kreuz liefert, sondern in Jesus geht der dreieinige Gott, der eine Gott ans Kreuz. Denn Vater Sohn und Heiliger Geist ist nur ein Gott. Andererseits darf man annehmen, dass beim Sterben Jesu am Kreuz außer ihm selbst, keiner mehr gelitten hat als der Vater.
von Kloster Lippoldsberg
Der Weise - der Magier - der Sterndeuter Gegenüber der lukanischen Geburtsgeschichte Jesu, die für das westkirchliche Weihnachtsfest prägend wurde (Kaiser Augustus, Statthalter Quirinius und die Hirten als arkadisches Motiv), hat die Weihnachtsgeschichte des Matthäus mit den orientalischen Motiven "Stern, Traum und Weise" die Ostkirche geprägt. Suche nach Wahrheit Als priesterliche Gestalten sind die drei Weisen auf der Suche nach Wahrheit. Der Evangelist Matthäus, der die Geschichte überliefert hat, baut sie bewusst als Kontrast zu den jüdischen Schriftgelehrten auf: Die Schriftgelehrten kennen zwar die biblische Verheißungen, sind aber so eingesponnen in ihre Bücherwelt, dass die eintretende Realität sie nur stört. Die fremden Priester hingegen sind wirklich Suchende, die sich aufmachen und bereit sind, die Grenzen ihres bisherigen Vorstellungshorizontes zu überschreiten. Drei - Drei Lebensalter Später wurden die ursprünglich aus Persien stammenden Weisen auch auf die drei damals bekannten Erdteile verteilt: Afrika, Asien, Europa. Quellen: Nowak, Heiligenlexikon, Kloster Lippoldsberg, CiD
Das Wort, das Luther mit "Weise" widergibt, heißt im griechischen Bibeltext "magoi", also Magier. Konkret darf man sich die Weisen wohl als Astrologen vorstellen. Sie sind Sterndeuter und kommen aus Babylon, dem Ursprungszentrum astronomisch-astrologischen Denkens. In der frühen christlichen Kunst werden sie noch als persische Priester dargestellt.
Mit dieser Einschätzung wird der Evangelist Matthäus den Schriftgelehrten nicht gerecht und hat sehr beigetragen zu der verhängnisvollen Abwertung des Judentums.
Die verzerrte Sichtweise des Matthäus wird allein verständlich aus der Situation der Ablösung des Christentums aus dem Schoß der jüdischen Kultgemeinschaft - eine Trennungssituation, die nicht ohne Konflikte abging.
Das Christentum hat früh die Erfahrung gemacht, dass das Evangelium Jesu außerhalb der religiös geprägten Welt Israels leichter Aufnahme fand. Die Apostel, die ja selbst alle Juden waren, gingen bald über die ihnen vertrauten Grenzen hinaus und wandten sich Menschen anderer Kulturen zu.
Diese Öffnung nimmt Matthäus in seiner Geschichte von den drei Magiern vorweg: Für ihn waren die fremden Wahrheitssucher von Anfang an dabei. Und am Ende seines Evangeliums lässt Matthäus Jesus sagen: "Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker." (Mt 28,19)
Das Christentum hat schon ganz zu Anfang den Sprung gewagt von einer nationalen, zu einer globalen Bewegung. Und es sind bis heute die Sternstunden der Christentums, wenn die Kirche bereit ist, sich fremden Vorstellungswelten zu öffnen und sie zu integrieren.
Die Anzahl der Magier wird in der Bibel nicht erwähnt, sie lässt sich nur indirekt von der Dreizahl der Geschenke herleiten. Aber die märchenhafte Zahl Drei hat stets dazu angeregt, die drei Weisen als Repräsentanten der ganzen Menschheit darzustellen. Im vorliegenden Bild werden sie als Vertreter der drei Lebensalter gezeigt:
Symbol: Stern
Der Stern, den die Weisen im Osten haben aufgehen sehen, mag ein literarischer Hinweis auf die Erfüllung einer biblischen Verheißung sein: "Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen..." (4. Mose, 24,17).
Oder aber der Stern von Bethlehem birgt die Erinnerung an eine seltene Planetenkonstellation, die sich im möglichen Geburtsjahr Jesu (7 v.Chr.) ergab. Wie erstmals Johannes Kepler berechnete, liefen die Bahnen der beiden Planeten Jupiter und Saturn in diesem Jahr so aufeinander zu, dass sie von der Erde aus betrachtet, fast wie ein einziger heller Stern aussahen.
Brauchtum: Sternsingen
Sternsingen ist ein Brauch mit ökumenischer Weite. Es findet am Tag des orthodoxen Weihnachtsfestes statt. Es wird vor allem in katholischen Regionen praktiziert, wo ist die Sternsingerbewegung in den letzten Jahrzehnten zur weltweit größten Hilfsaktivität von Kindern für Kinder geworden ist.
Evangelisch ist der Brauch insofern, als er eine biblische Grundlage hat: Das Sternsingen ist eine Möglichkeit, die Geschichte von den Weisen aus dem Morgenland auf "offener Straße" aufzuführen, sie zu aktualisieren und lebendig zu halten.
| < Zurück |
|---|