Mystiker
Jakob Böhme - der "erste deutsche Philosoph", wie Hegel in nannteJakob Böhme wurde 1575 in Alt Seidenberg bei Görlitz geboren wo er auch am † 17. November 1624 starb. Er war Mystiker, Philosoph und christlicher Theosoph. Jakob Böhmes Philosophie ist in insgesamt 22 Schriften dargestellt, iin der man eine besondere Verbindung aus Luthertum und Mystik erkennt. Böhme las viel in der Bibel, in mystischen und naturphilosophischen Schriften, z. B. von Paracelsus und Kaspar Schwenckfeld. Immer deutlicher wurden ihm seine Zweifel an der überlieferten Schöpfungslehre. In Visionen wurden ihm Erkenntnisse zuteil, die er 1612 in einer Handschrift mit dem Titel "Aurora oder Morgenröte im Aufgang" niederschrieb. Jakob Böhmes Philosophie, in insgesamt 22 Schriften dargestellt, ist eine eigentümliche Verbindung aus Luthertum und Mystik. Den Gegensatz von Gut und Böse führte er auf den in Gott selbst angelegten Gegensatz von Liebe und Zorn zurück; es gibt keine Trennungen in der Schöpfung, auch der Mensch ist Teil seiner Umwelt, aber alle Bewegung erfolt in Gegensätzen.
Jakob Böhmes Philosophie, in insgesamt 22 Schriften dargestellt, ist eine eigentümliche Verbindung aus Luthertum und Mystik. Den Gegensatz von Gut und Böse führte er auf den in Gott selbst angelegten Gegensatz von Liebe und Zorn zurück; es gibt keine Trennungen in der Schöpfung, auch der Mensch ist Teil seiner Umwelt, aber alle Bewegung erfolt in Gegensätzen.
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Sein Görlitzer Pfarrer Gregor Richter, Anhänger der lutherischen Orthodoxie, erlangte 1613 Kenntnis von dieser Schrift und Böhmes Kritik an der "Mauerkirche"; er erreichte die Beschlagnahme des Buches und die Verurteilung Jakobs zur Selbstverpflichtung, seine Erkenntnise nicht weiter zu verbreiten. 1619 brach Jakob Böhme dieses Versprechen:
Sein Buch "De tribus principiis oder die Beschreibung der drei Prinzipien göttlichen Wesens" erschien; schließlich musste er die Stadt verlassen. In Dresden stieß er auf einen ihm verständnisvoll zugeneigten Theologen, bei einem großen wissenschaftlichen Streitgespräch konnte er 1624 seine Thesen verteidigen, worauf er die Heimkehr nach Görlitz wagte, aber wieder vor dem Magistrat verklagt wurde. Bald darauf starb er, nachdem er von dem ihn früher verfolgenden Pfarrer das Abendmahl erhalten hatte.
Sein Wille muss mit Gott vereint sein, damit Gott, der Wille und der Geist des Menschen immer ein und dasselbe sind.Denn was eins ist, kann nicht in Missklang oder Feindschaft miteinander stehen, da es ja einen einzigen Willen besitzt.
Wo immer es hingeht, was es auch tut, bleibt es eins mit sich.
Die instehende Geburt der ganzen Natur
Sein wahrer Lehrmeister sei „die ganze Natura“. Von der ganzen Natur und ihrer „instehenden Geburt“ habe er seine ganze Philosophie, Astrologie und Theologie studiert und nicht von Menschen und durch Menschen. Trotzdem ist der Einfluss „vieler hoher Meister“ unverkennbar, insbesondere der von Paracelsus, Weigel und Schwenckfeld. Vor allem die von der göttlichen Vorstellung zum Menschen hinführende Erkenntnislehre Weigels – Lernen sei sich selbst erkennen; der Mensch lerne die Welt, er selbst sei die Welt; obwohl alle übernatürliche Erkenntnis aus der göttlichen Vorstellung komme, so komme sie doch nicht ohne den Menschen, sondern in, mit, aus und durch den Menschen – bildet den theoretischen Hintergrund des Böhmeschen Schaffens.
"Denn die Seele ist auch ein magisches Feuer, und ihr Abbild oder ihre Form ist im Licht geschaffen (durch die Kraft ihres eigenen Feuers und ihres eigenen Lichts), eines Lichts, das aus dem magischen Feuer hervorgeht ; und doch ist dieses Licht ein wahres Abbild aus Fleisch und Blut, nicht aber in ihrem ursprünglichen Zustand. "
Böhme, der niemals eine Universität besuchte und sich sein gesamtes Wissen selbst erarbeiten musste, verfügte nicht über eine exakte, mit abstrakten Begriffen operierende Wissenschaftssprache. Bei allen Nachteilen, die hieraus erwachsen, traten in seiner ausdrucksstarken und lebensnahen Bildersprache die volkstümlichen Züge hervor, die ihn in ungewöhnlich scharfen, von ihm selbst ausgesprochenen Gegensatz zur geltenden Schul- und Büchergelehrsamkeit brachten. Dies hing auch damit zusammen, dass sein persönliches Ziel nicht nur philosophisch-theoretisch, sondern ebenso prophetisch-praktisch war.
Kernpunkte seines Denkens
Böhmes Gedanken kreisen
Böhme schreibt programmatisch:
„So man aber will von Gott reden, was Gott sei,
so muss man fleißig erwägen die Kräfte der Natur.“
Danach fasst er Gott nicht als reinen Geist, vielmehr bedarf dieser einer „ewigen Natur“, um überhaupt erst lebendiger Geist werden zu können. Die ganze Natur stehe in großem Sehnen, immer willens, die göttliche Kraft zu gebären. Sie sei der Leib Gottes und habe alle Kraft wie die ganze Gebärung in sich.
"Du wirst kein Buch finden, da du die Göttliche Weisheit köntest mehr inne finden zu forschen, als wenn du auf eine grüne und blühende Wiesen gehest, da wirst du die wunderliche Kraft Gottes sehen, riechen und schmecken ..."
(aus: Jakob Böhme, De tribus principiis, oder Beschreibung der Drey Principien Göttliches Wesens, 1619, 8, 12)
Quellen: Ökum Heiligenlexikon, Bild: wikimedia
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