"Halsstarrigkeit im Namen Gottes"

Muss Katholizismus modern sein?

"Im Prozess des Gesundschrumpfens verschwindet die Langeweile, die mit dem Entstehen einer Orthodoxie automatisch in eine Organisation sickert. Zum Vorschein kommt die Lehre selbst." 

Kommunikator: Norbert Bolz, 58, ist Medien- und Kommunikationstheoretiker sowie Designwissenschaftler an der Technischen Universität Berlin . Foto: © Gregor Hohenberg/laif

Leben wir in der Postdemokratie, in der vor-demokratische Institutionen nicht nur geduldet werden, sondern auch Sicherheit geben in einer unübersichtlich erscheinenden komplexen Welt?

Der Kommunikator Norbert Bolz spricht in einem Interview mit "Christ & Welt" über das Verhältnis von Papst zu den Piusbrüdern, sowie über Küng, den Liberalismus und die reaktionäre Seite der Kirche.
Darüberhinaus benennt er die Sehnsucht vieler Menschen nach Strenge, Tradition, Liturgie und dogmatischer Festigkeit und kommt zu dem Schluss:

"Die katholische Kirche spielt bewusst mit der Dialektik des Unzeitgemäßen."

Im Prozess des Gesundschrumpfens würde laut Theorie die Langeweile verschwinden, die mit dem Entstehen einer Orthodoxie automatisch in eine Organisation sickern würde. Zum Vorschein käme die Lehre selbst. 

Interview lesen bei Christ & Welt

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Medien als Religionsersatz

Bolz: Das Göttliche ist heute das Netzwerk
„Medien bieten Ersatzformen von Allwissenheit und Allgegenwärtigkeit an. An die Stelle religiöser Kommunikation tritt heute Kommunikation als Religion. Totale Verkabelung, die Verstrickung im elektronischen Netz, wird der unbefangene Blick aber als profane Variante der religio – und das heißt ja eben: Rückbindung erkennen.
In der Vernetzung zum integralen Medienverbund ist uns eine stabile Umbesetzung der Transzendenz gelungen. Das Göttliche ist heute das Netzwerk. Und Religion funktioniert als Endlosschleife“.