Zum 80. Geburtstag von Desmond Tutu

„Gott interessiert es nicht,
ob wir Christen sind, Muslime oder Hindus!
Gott ist kein Christ!“

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Grafik/Collage: CiD

Desmond Tutu, südafrikanischer anglikanischer Bischof, wurde am 7. 10. 1931 in Klerksdorp geboren. Von  1978-1984 war er Generalsekretär des Südafrikanischen Rats der Kirchen (SACC), von 1985-1996 Bischof der anglikanischen Diözese Johannesburg und 1986 Erzbischof von Kapstadt. 1987 wurde er Präsident der Allafrikanischen Kirchenkonferenz und erhielt 1984 den Friedensnobelpreis für seinen gewaltlosen Kampf gegen die Apartheid.

Als Mitglied der Wahrheits- und Versöhnungskommission zeigte Desmond Tutu im Zuge der oft mühsamen und schmerzhaften Aufarbeitung von über fünfzig Jahren gewaltsamer Rassentrennung neben großer Entschlossenheit sowohl tiefes Mitgefühl für die Opfer als auch für die Täter. Für seinen Aufruf zur Vergebung und Versöhnung sowie für seine unglaubliche Energie, mit der er für ein vereintes Südafrika kämpfte, wird Tutu bis heute von der Bevölkerung Südafrikas verehrt. Und weit über die Landesgrenzen hinaus dient er in öffentlichen Reden und Diskussionen als ein Vorbild an Demut und Menschlichkeit.

Es gibt in dieser Welt keine Wahl mehr zwischen Gewalt und Gewaltlosigkeit,
sondern nur zwischen Gewaltlosigkeit und Nichtsein.    (Martin Luther King)

Der Dalai Lama wollte in Südafrika an der Feier zum 80. Geburtstag seines engen Freundes Desmond Tutu teilnehmen, der ebenfalls den Friedensnobelpreis erhielt.
AFP meldet in einem Bericht vom 5.10.2011:  "Der Dalai Lama hatte zur Feier des 80. Geburtstags des Friedensnobelpreisträgers und Anti-Apartheid-Kämpfers Desmond Tutu nach Südafrika reisen wollen.
 
Dalai Lama, Foto: wikimedia
Der Dalai Lama hat den geplanten Besuch in Südafrika abgesagt. Die südafrikanische Regierung habe dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter bislang kein Visum ausgestellt, teilte das Büro des Dalai Lama am Dienstag mit.
Offenkundig halte Südafrika - aus welchen Gründen auch immer - eine Visaerteilung nicht für angebracht. China, der wichtigste Handelspartner Südafrikas, hat Druck auf die Regierung ausgeübt, dem Dalai Lama ein Visum zu verweigern. Eine Sprecherin Tutus reagierte auf die Reiseabsage mit den Worten, es handle sich um den "düstersten Tag" für Südafrika. Die südafrikanischen Behörden hätten es noch nicht einmal für nötig befunden, auf den Visumsantrag des Dalai Lama zu antworten, sagte sie der Nachrichtenagentur Sapa."
Die Regierung in Pretoria hatte dem Dalai Lama bereits im Jahr 2009 die Einreise verweigert und eingeräumt, sie fürchte andernfalls, die chinesische Regierung zu verärgern.
 

Tutu und der Dalai Lama. Gewaltfreie Kämpfer wie Martin Luther Kämpfer King und Gandhi.

Trotz einer Prostatakrebserkrankung im Jahr 2000 war Tutu auch in den vergangenen Jahren noch in den verschiedensten Regionen der Welt unterwegs, um seine Überzeugungen zu teilen. In Schottland beispielsweise hielt er eine eindrucksvolle Rede gegen die Diskriminierung von Homosexuellen. Er kritisierte außerdem Israels Umgang mit den Palästinensern und den Einzug in den Irak. Tutu beeindruckte stets durch seine direkte Art, nach der er auch vor den Mächtigsten der Welt kein Blatt vor den Mund nahm.

"Natürlich wollen wir grundlegende Veränderungen. Wenn das Revolution ist, dann bin ich ein Revolutionär.
Selbst Jesus war das, er wollte Güte, Gerechtigkeit und Vergebung." -

"Ich glaube, dass ein Christ auch politisch sein muss, wenngleich nicht parteipolitisch."
Interview in "DER SPIEGEL", Ausgabe 43/1984   "Auch Jesus war ein Revolutionär"

Lebendig und kräftig und schärfer:Bischof Desmond Tutu beim Evangelischen Kirchentag in Köln, Foto: wikimedia.de

Tutu hat bei einer Pressekonferenz in Nairobi die anglikanischen Kirchenführer aus Afrika ermahnt, sie sollten sich lieber um drängende Angelegenheiten wie Armut oder HIV kümmern statt ihren Kreuzzug gegen Homosexualität fortzusetzen. "Ich bin tief beunruhigt, dass wir uns angesichts der entsetzlichen Probleme nur darauf konzentrieren, wer mit wem schläft", so der Friedensnobelpreisträger. "Es ist ohnehin ungerecht, jemanden für seine sexuelle Ausrichtung zu bestrafen. Denn niemand sucht sich das aus. Das ist das selbe, als würde wir gegen jemanden wegen seiner Hautfarbe oder seine Rasse vorgehen. Ich verstehe nicht, warum wir eine Minderheit bestrafen, die ohnehin schon verfolgt wird."
Der Gott, zu dem er bete, sehe Homosexualität nicht als höchste Priorität an, argumentiert Tutu. (queer.de) 

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Gewaltfreiheit

Es gibt in dieser Welt keine Wahl mehr zwischen Gewalt und Gewaltlosigkeit,
sondern nur zwischen Gewaltlosigkeit und Nichtsein. (Martin Luther King)


Abstract
Gandhi und Martin Luther King, Desmond Tutu und der Dalai Lama: in der Geschichte der Menschheit wurde das Prinzip der Gewaltfreiheit von bedeutenden Persönlichkeiten vertreten und in die Tat umgesetzt. Und trotzdem wird dieser Grundsatz manchmal noch heute mit Wehrlosigkeit und passiver Hinnahme von Ungerechtigkeit und Gewalt verwechselt. Ganz im Gegenteil: Gewaltfreiheit kann - wie die Geschichte lehrt -  ein mächtiges Instrument sein, um die Menschenrechte durchzusetzen und gemeinsam, angefangen vom Alltagsleben, eine gerechtere Gesellschaft aufzubauen.

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