Johann Wolfgang von Goethe - Zum 262. Geburtstag des Dichters
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Johann Wolfgang von Goethe
wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren, starb am 22. März 1832 in Weimar. Er war ein geadelter deutscher Dichter. Er forschte und publizierte auf verschiedenen naturwissenschaftlichen Gebieten. Ab 1776 bekleidete er am Hof von Weimar unterschiedliche politische und administrative Ämter.
Goethe und die Religion
Goethe fand die Religion in der Natur
Goethe war weder ein Religionsverächter noch ein religiöser Mensch im konfessionellen Sinn. In einem Brief an Sulpiz Boisserée vom 22.März 1831 schreibt er, er habe "keine Konfession gefunden, zu der ich völlig hätte bekennen mögen." Stattdessen übte er schon früh Kritik an den positiven Formen geoffenbarter Religion und der Kirche und hielt sich schon in der Jugend an die Vorstellung einer natürlichen Religion, nach der ein höheres ordnendes Wesen nur in der Natur verborgen spürbar sei.
Sein Leben lang suchte Goethe nach der wahren Religion und fand sie zunächst und am ehesten in der Natur. "Alle Schöpfung ist Werk der Natur. Von Jupiters Throne/ Zuckt der allmächtige Strahl, nährt und erschüttert die Welt." (Vier Jahreszeiten 1796)
Religion erschöpfte sich für Goethe nicht in mythologischen Bildern und in austauschbaren Mythologemen, sondern galt ihm als eine besondere Sicht auf die Welt, den Menschen und die Natur.
Schon früh hat sich der Dichter dazu bekannt: "Gott in der Natur, die Natur in Gott zu sehen." Bei der Betrachtung von Schillers Schädel widmete er seinem früh verstorbenen Freund einen Nachruf, an dessen Schluss es heißt:
"Was kann der Mensch im Leben mehr gewinnen,
Als dass sich Gott-Natur ihm offenbare?
Wie sie das Feste lässt zu Geist gerinnen,
Wie sie das Geisterzeugte fest bewahre." (Goethe)
Glaube-Gefühle-Gott
Goethe ging sogar so weit zu sagen, "beim Glauben ..komme alles darauf an, dass man glaube; was man glaube, sei völlig gleichgültig." Der Glaube sei ein großes Gefühl von Sicherheit und Zukunft, und diese Sicherheit entspringe aus dem Zutrauen auf ein übergroßes, übermächtiges und unerforschliches Wesen.
"Der Glaube ist nicht der Anfang, sondern das Ende allen Wissens", befand Goethe, doch war er alles andere als ein Rationalist, in dessen Denkgebäude Gott allenfalls als gedanklicher Schlussstein, als Inhaber der allerhöchsten Vernunft einen Platz gehabt hätte. Gott war für ihn dagegen lebendige Urkraft, vor dessen unerforschlicher Majestät er eine ringenden, auch nach Worten ringende ehrfürchtige Sehnsucht fühlte.
Doch er gestand auch:
"Wenn ich kennte den Weg des Herrn,
Ich ging ihn wahrhaftig gar zu gern;
Führte man mich in der Wahrheit Haus,
Bei Gott! Ich ging nicht wieder hinaus." (Goethe)
Das Wort "Gott" findet sich bei Goethe verhältnismäßig selten. Lieber gebrauchte er Umschreibungen wie "das Unendliche", "das Ungeheure", "das ewig Wirkende", "der Weltgeist", "die Weltseele", "das unbekannte höhere Wesen", "die waltenden Mächte", "das Ewig-Eine" in schier grenzenloser Mannigfaltigkeit.
Quelle und weiterlesen bei Ursula Homann:
Goethe und die Religion
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