Gründonnerstag - Das letzte Abendmahl
Gründonnerstag
Das letzte Abendmahl

Abendmahl, Gemälde von Sieger Köder
Das ist mein Leib
der für euch hingegeben wird.
Nehmet und esset alle davon.
An jedem Gründonnerstag wird in den Gottesdiensten der Einsetzung des Abendmahls durch Jesus gedacht. In diesem Jahr ist es der 5. April. Das Wort "grün" hat allerdings nichts mit der Farbe zu tun, sondern kommt von mhd. "gronan", weinen (greinen) und stellt den Zusammenhang zur Passion Jesu her. Jesus feierte mit seinen Jüngern am Abend vor seiner Hinrichtung ein festliches Mahl, in dem er in der Gabe von Brot und Wein seine Selbsthingabe am Kreuz vorwegnahm.
"Doch ein Brot wird hier gebrochen,
Und ein Trank wird hier gereicht,
Und ein Gruß wird hier gesprochen,
Dem kein irdisch Labsal gleicht."
Karl Gerok ("Abendmahl", aus 2. Strophe)
Zeichenhafte Vorwegnahme der Befreiung zum Leben
Im Abschiedsmahl mit den Jüngern nimmt Jesus seine Hingabe am Kreuz zeichenhaft vorweg. In Gestalt von Brot und Wein schenkt er ihnen sein Leben. Und er beauftragt sie, nach seinem Tod dieses Mahl als Gedächtnis zu feiern. Dabei knüpft er an das jüdische Paschamahl an, das den Exodus einleitete, den Auszug und die Befreiung des jüdischen Volkes aus der Sklaverei in Ägypten. Jesus versteht seinen Tod als neuen, endgültigen Exodus, als Durchgang und Befreiung zum Leben.
'Er-Innern' und 'Mit-hineingenommen-werden'
Dem Auftrag des Herrn gemäß: "Diesen Tag sollt ihr als Gedenktag begehen" (Ex 12,14), feiern die Juden das Paschamahl jährlich als Gedächtnismahl. "Gedächtnis" meint dabei nicht nur ein 'Er-Innern', also ein gedanklich-mentales Hineintauchen in frühere Ereignisse und Personen, sondern ein "Mit-hineingenommen-werden" in diese Wirklichkeit.
Der neue Bund
Die Einsetzungsworte, die Jesus während des Letzten Abendmahls zu seinen Jüngern gesprochen hat, müssten richtiger „Gabeworte“ heißen (Oswald Bayer). Diese Worte sind für alle christlichen Kirchen, die Eucharistie bzw. Abendmahl feiern, konstitutiv: In Jesu Hingabe stiftet er den neuen Bund, die neue Gemeinschaft zwischen Gott und Menschen.
Seit dem Ostergeschehen ist Jesus in der Wirksamkeit des Heiligen Geistes stets unter uns und im Abendmahl real präsent.
Die heute übliche Form der Einsetzungsworte entstammt dem 1. Korintherbrief (1Kor 11,23-26):
Der Herr Jesus,
in der Nacht,
da er verraten ward,
nahm er das Brot,
dankte und brach's
und sprach:
Das ist mein Leib,
der für euch gegeben wird;
das tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl
und sprach:
Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut;
das tut,
sooft ihr daraus trinkt,
zu meinem Gedächtnis.
Wenn der Kelch Anteil gibt an Christus und das Brot Anteil gibt am Leib, dann wird die feiernde Gemeinde zu seinem Leib zusammengeschlossen. Damit will Paulus den Korinthern, aber auch uns heutigen Christen unmissverständlich deutlich machen: Glaubende gehören zusammen und sind für einander verantwortlich - Christen sind als Gemeinde existent.
Jesus zeigte damals in der Fußwaschung, dass er unter uns sein wollte, wie ein Diener.
Ein Beispiel habe ich euch gegeben, dass ihr tut wie ich euch getan habe.
Den Herrn verlangte an dem Tag, bevor seine Leidenstage begannen, das Osterlamm mit den Seinen zu essen. Er sprach dabei von den weltlichen herrschenden Herren und von denen, welche sich "gnädige Herren" heißen lassen. Zu solchen sollten die Seinen nicht gehören.
Er stiftete das Mahl, für die, die er liebte, welches sie feiern sollten, so oft sie sich trafen, bis er wieder bei ihnen sein sollte und konnte. So gedenken wir heute des Passahmahls, aus dem durch Jesus Christus das Abendmahl des Neuen Testamentes hervorging, das er für uns alle bereitete. Er war gekommen um das Gesetz der Liebe zu erfüllen. Niemand sollte daher dabei ausgeschlossen werden.

Abendmahlsfeier, Gemälde: Sieger Köder,
Der Geist Jesu - des auferstandenen Christus - tritt auch heute bei jeder Abendmahlsfeier hinzu
Lied: Das sollt ihr, Jesu Jünger, nie vergessen
Das sollt ihr, Jesu Jünger, nie vergessen:
wir sind, die wir von einem Brote essen,
aus einem Kelche trinken, Jesu Glieder,
Schwestern und Brüder.
Wenn wir in Frieden beieinander wohnten,
Gebeugte stärkten und die Schwachen schonten,
dann würden wir den letzten heilgen Willen
des Herrn erfüllen.
Ach dazu müsse deine Lieb uns dringen!
Du wollest, Herr, dies große Werk vollbringen,
dass unter einem Hirten eine Herde
aus allen werde.
Johann Andreas Cramer, 1780, Ev.Gesangbuch
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