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Geschrieben von Dieter Kuschminder, EV   
Donnerstag, 6. Dezember 2007

Offener Brief an Apostel Drave

Unverständnis bei den Apostolischen

Mit einem offenen Brief an Apostel Walter Drave wendet sich Priester Dieter Kuschminder, Vorsteher der Apostolischen Gemeinschaft Krefeld, als Reaktion auf den Informationsabend am 04.12.07 in der neuapostlischen Kirche. Bereits am 05.12.07 haben sich die Apostel und Bischöfe der Apostolischen Gemeinschaft von den dargestellten Aussagen Draves auf ihrer Homepage [->] apostolisch.de distanziert.


Priester Kuschminder hörte sich mit weiteren neun apostolischen Geschwistern den Vortrag von Ap Drave in der NAK Köln Lindenthal an - die Gemeinde, die Ap Peter Kuhlen am 16.01.1955 einweihte.
Die Zeitzeugen [[->] CiD berichtete] Werner Kuhlen (Sohn des Ap Peter Kuhlen), Herbert Kloss, Manfred Keller, Rudolf Gaßmeyer, Reinhard Petzold, Werner Wota sowie der Ökumenebeauftragte für den Bezirk Düsseldorf, Evangelist iR Manfred Kemmerling, Gerd Müller, Evangelist der Gemeinde Köln und Volker Wissen nahmen daran teil.

 

 

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Nach dem Info-Abend: Gespräche im Foyer

*   *   *

 

O f f e n e r   B r i e f

 

Dieter Kuschminder
Hulterkamp 54
47807 Krefeld  
    

Krefeld, den 6.12.2007

 

Herr W. Drave


Sehr geehrter Apostel Drave,


mit großer Aufmerksamkeit habe ich am Dienstag Abend in Köln Ihren Info-Beitrag angehört. Ich darf schon sagen, dass Ihre Ausführungen äußerst geschickt aufgebaut waren, sich jedoch von einer proklamierten Wahrheitsfindung fern hielten.
Aufgrund der subjektiven Bewertung und aufgestellten Vermutungen war Ihre Ausführung bar jeder objektiven Auswertung und Aufklärung und ließ keinerlei Spielraum für Versöhnungsbereitschaft zur VAG.
Das erklärte Ziel war wohl eindeutig Reinwaschung und Rechtfertigung der NAK.

Als Sie Abschnitte aus den Jahren des Krieges zitierten, zog ich unweigerlich eine Parallele zu den gefälschten Tagebüchern Hitlers durch Herrn Kujau. Selbst die Zeitschrift "der Stern" ist  damals darauf reingefallen.

Sie als leitende Vertrauensperson haben es schon einfacher, den kontaminierten Informationsbrei Ihren Geschwistern glaubhaft zu machen.
Mit einem feinen Gespür von Menschenkenntnis konnte man allein schon aus Ihrer Körpersprache Ihre Anspannung bemerken, die mich vermuten lässt, dass Sie sich des z.T. falschen Inhaltes Ihrer Ausführungen genau bewusst waren, und auch die anschließende Worthülse der Entschuldigung des StA konnte die Situation nicht bereinigen.

Auf Einzelheiten einzugehen wäre Müßiggang, aber ich bewundere Sie, 3000 Dokumente für Ihren Vortrag durchgearbeitet zu haben. Doch müssen Sie einige Dokumente wohl versehentlich beiseite gelegt haben, die z.B. Ihre Vermutungen über das Verhalten des Ap. Kuhlen eindeutig hätten dokumentieren können.

Auch gehe ich davon aus, dass Sie Dokumentarsendungen kennen.
Die authentischste Art in der Didaktik liegt darin, Originaldokumente zu bewerten und - wenn es möglich ist - Zeitzeugen zu befragen. Wie zu erwarten war, ist beides nicht geschehen, abgesehen von wenigen herausgerissenen und z.T. für eine wahre Aufklärung unbedeutsamen Zitate.
Ihr StA hat es auch nach Ihrem Vortrag mit einem herrlichen Bonmot dokumentiert:

"Wir haben versucht, die geschichtlichen Ereignisse objektiv darzustellen,
 jedoch alles natürlich aus unserer Sicht."

Ebenfalls haben Sie es verstanden, die wahren Zusammenhänge geschickt an einer entscheidenden Stelle zu zerschneiden, indem Sie die eigentlichen problematischen Zusammenhänge mit der Botschaft auf einen weiteren Informationsabend verlagert sehen wollen; ganz zu schweigen von den damaligen geschäftlichen und pekuniären Gebaren in der gemeindeeigenen Druckerei. Dieser "dunkle Fleck" auf der so rein vorgegebenen "neuapostolischen Weste" wurde nicht mit einem einzigen Wort erwähnt.

Nach Ihrem Vortrag habe ich den Ev. iR. Werner Kuhlen mit verweinten Augen aus der Kirche gehen sehen. Als Bestätigung des Wahrheitsgehaltes Ihrer Ausführungen  sagen Sie doch einfach Ihren Geschwistern, dass sich der Ev. iR. Werner Kuhlen so sehr über das Fehlverhalten seines Vaters geschämt hat, dass er in Tränen ausgebrochen ist. Ich bin sicher, Ihre Geschwister werden Ihnen auch dies abnehmen.

Mit Ihrem Vortrag haben Sie für mich ein zartes, aufkeimendes Pflänzchen der gegenseitigen und liebevollen, bereits vollzogenen Annäherung (auch bei uns in Krefeld) unüberlegt zertreten.

Ein wenig mehr Herzensbildung und vor allem Ehrlichkeit hätte ich von einem Apostel als Verkünder des Evangeliums der Wahrheit erhofft. Die Beantwortung der Frage von wahr - haftigen Aposteln in Ihrer Kirche stellt sich für mich spätestens aus der Erkenntnis dieses Abends nicht durch verbale, neuapostolische Doktrinen, sondern sie beantwortet sich durch Charisma in der ausströmenden Liebe zu Gott und allen Menschen. Davon waren Sie leider weit entfernt und ich frage mich, wie Sie als Apostel des Herrn mit dem Sakrament des Abendmahls zurecht kommen können.



Mit freundlichem Gruß,

Dieter Kuschminder

 

 

 
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