Ziel der Ökumene Damit alle eins seien...
Ziel der Ökumene
Damit alle eins seien...
Wie ein goldenes Geschenk des Himmels - die Ökumene.
So anziehend, so schön, so wertvoll, so bezaubernd,
aber auch so schwer zu händeln, und auf einen konkreten Weg zu bringen.
Aber das Wesen und Ziel der Ökumene ist es wohl nicht, sie auf einen bestimmten Weg zu bringen. Sie ist schon da, weil die Gemeinschaft im Geiste schon immer da war.
Sie ist Geschenk und bleibt Aufgabe.
Foto: EV
Ein entscheidendes Ziel der ökumenischen Einheit der Kirchen liegt im gemeinsamen Zeugnis für das Evangelium Jesu Christi für die Welt. Dies ist nur dann glaubwürdig, wenn sich die Kirchen zu einem öffentlich sichtbaren gemeinsamen Leben und Handeln zusammenfinden. Damit ist nicht gemeint, dass jede Kirche ihr Profil aufgeben müsste und alle in einer neuen Einheitskirche ‚zusammengebacken’ werden sollten, die dann wieder nur ein theologischer Einheitsbrei wäre. Vielmehr sollen sich die Kirchen in versöhnter Verschiedenheit zur Einheit zusammenfinden, was einen theologischen Pluralismus keineswegs ausschließt und seine Wurzeln bereits im Neuen Testament hat. Denn auch der neutestamentliche Kanon versammelt Zeugnisse von durchaus unterschiedlicher theologischer Akzentuierung.
Zuletzt ist zu sehen, dass die Einheit der Kirchen keineswegs als Selbstzweck begriffen werden darf, sondern dem Ziel dient, damit die Welt glaube (Joh 17,20). Die nicht vorhandene Einheit der Kirche ist also nicht nur ein ‚Schönheitsfehler’, sondern ihr Mangel verstößt gegen das Wesen der Kirche selbst („et unam sanctam, catholicam et apostolicam ecclesiam“, „eine heilige, allgemeine und apostolische Kirche“, wie es im Symbolum Nicaenum heißt). Nicht zuletzt verstößt sie gegen die Bitte ihres Herrn, der seinen Vater um das gebeten hat, was auch das Ziel aller Christen sein muss: ut unum sint – damit sie alle eines seien (Joh 17,21).
Textauszug: Dr. Martin Christian Dippon (CiD)
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