Horst Köhler wird Nachfolger von Hans Küng

Hans Küng hat gestern Abend verkündet, dass er die Präsidentschaft der Stiftung Weltethos 2013 aufgeben will und dass sein Nachfolger der frühere Bundespräsident Horst Köhler sein wird.


Horst Köhler
Küngs Hauptaussagen münden in diesen Thesen:

Kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen

Kein Frieden unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen

Kein Zusammenleben auf unserem Globus ohne ein globales Ethos, ein Weltethos

Prof. Hans Küng

TAGBLATT 19.April 2012. Das war eine Überraschung im Festsaal in der Neuen Aula: Professor Hans Küng hatte gerade den  Abend um die zehnte Weltethos-Rede abmoderiert, die ersten Zuhörer standen auf, da sprach der Präsident der Stiftung weiter. Mit leiser Stimme erklärte der Ideengeber und Begründer, er wolle zu seinem 85. Geburtstag, das ist am 19. März 2013, sein Amt einem anderen übergeben. Es sei Zeit für einen Nachfolger, sagte Küng und baute einen Spannungsbogen auf.

Er sei auch schon gefunden. „Es ist ein Mann von großer persönlicher Integrität“, der „seit Jahrzehnten global tätig ist“ und daher besonders geeignet sei.

Und: „Er sitzt heute hier im Saal.“ Als sich die ersten Blicke auf Köhler in der ersten Reihe richteten, sprach Küng den Namen auch schon aus. Großer Beifall erscholl. Im Anschluss war Ministerpräsident Winfried Kretschmann einer der ersten Gratulanten: „Ich freue mich sehr“, sagte er zu Köhler.


Gegenüber dem TAGBLATT sprach der Alt-Bundespräsident von einer „großen Herausforderung“ und „großen Schuhen“ Küngs. Aber die Arbeit der Stiftung habe ihn überzeugt: „Ich fühle mich der Idee verpflichtet.“


Küng sagte dem TAGBLATT, dass er durchaus etwas Überzeugungsarbeit habe leisten müssen. Nicht in der Sache. Aber im Gespräch sei von „großen Schuhen“ die Rede gewesen. Doch der  Theologe glaubt: „Köhler kann die Arbeit weiterführen.“


Der künftige Weltethos-Präsident war unter anderem Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands und Direktor des Internationalen Währungsfonds. Er ist Tübingen als ehemaliger Student der Wirtschaftswissenschaften und Honorarprofessor verbunden.

Quelle: TAGBLATT