Unter Ketzern

Die Kirche ist wie ein Leuchtturm, sagt der Papst. Sie verkündet, wo es langgeht. Christ sein kann aber auch heißen: mit im Boot sitzen, einander in Sturm und Wellengang beistehen.
Arnd Brummer war einmal katholisch und erzählt, wie es ist, bei den Evangelischen heimisch zu werden
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Von Arnd Brummer

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Es waren zwei Frauen, die mich im Glauben erzogen, die mich beten lehrten, mich mit Marienliedern in den Schlaf sangen, mir vom heiligen Franz von Assisi und der heiligen Clara erzählten: meine Mutter und deren Mutter, meine geliebte Oma.

Oma, in  Eichstätt geboren, praktizierte eine tiefe und sehr barocke Marienfrömmigkeit. Meine Mutter, zeitweise Redakteurin einer katholischen regionalen Wochenzeitung, verehrte Dom Hélder Câmara, den Bischof von Olinda und Recife in Nordostbrasilien, einen der Begründer der Befreiungstheologie. Ich nahm als kleiner Junge wahr, wie sehr meine Eltern, auch der eher zurückhaltende Vater, auf das II. Vatikanische Konzil hofften und im Laufe der frühen siebziger Jahre ihrer Enttäuschung Herr werden mussten, dass sich aus dem, was so großartig von Papst Johannes XXIII. angestoßen ­worden war, kaum spürbare Veränderung gewinnen ließ.

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