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Geschrieben von TA, EV   
Freitag, 23. Juli 2010

So kann Versöhnung aussehen!

LWB-Vollversammlung bittet MennonitInnen um Vergebung

Eine Internationale lutherisch-mennonitische Studienkommission hat zwischen 2005 und 2008 die Historie aufgearbeitet

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Als Zeichen der Versöhnung: Eine 'symbolische' Fußwaschung
Der Präsident der Mennonitischen Weltkonferenz, Präsident Danisa Ndlovu Simbabwes (rechts), stellt Bischof Mark S. Hanson, den Präsident der lutherischen Weltvereinigung, mit einer Kieferschale vor, als Symbol für die Fußwaschung (Jesu) als Zeichen der Verpflichtung für eine Zukunft  "in der grenzenlose Liebe und unfehlbarer Dienst das Zeichen der Beziehung zwischen den lutherischen und den mennonitischen Kirche ist."
(Aus dem Englischen übersetzt) Foto: LWB/Erick Coll

In einem historischen Akt, einem Bußgottesdienst, haben sich der Lutherische Weltbund (LWB) und die Mennonitische Weltkonferenz (MWK) versöhnt. Vorausgegangen war ein einstimmig gefasstes Schuldbekenntnis der Vollversammlung des LWB gegenüber den Anabaptisten (Wiedertäufer). Der Präsident des LWB, Bischof Mark S. Hanson (USA), sprach in diesem Zusammenhang von einem "beispiellosen Schritt der Wiedergutmachung". In der Erklärung heißt es, der LWB empfinde "tiefes Bedauern und Schmerz über die Verfolgung der Täufer durch lutherische Obrigkeiten und besonders darüber, dass lutherische Reformatoren diese Verfolgung theologisch unterstützt haben".

 

Lutheraner und Mennoniten versöhnen sich

Hintergrund
Der historische Hintergrund: Mithilfe theologischer Argumente, wie etwa von Martin Luther und Philip Melanchthon, wurden im 16. Jahrhundert Anabaptisten brutal verfolgt und im Einzelfall auch hingerichtet. Eine Internationale lutherisch-mennonitische Studienkommission hat zwischen 2005 und 2008 die Historie aufgearbeitet. Darauf aufbauend bestätigte der Rat des LWB im Oktober 2009 einstimmig die Bitte um Vergebung. Auch wenn weiterhin bedeutende theologische Unterschiede bestünden, könnten diese nun im Rahmen der Auseinandersetzung mit dem Erbe der Verfolgung in einem neuen Klima untersucht werden.

Zum Artikel (Lutherischer Weltbund Vollversammlung)

Menno Simons -  Bischof der Täuferbewegung 
und Namensgeber der Mennoniten

Menno Simons wurde 1496 in Witmarsum geboren und starb am 23. ( oder 31). Januar 1561 in Wüstenfelde bei Bad Oldesloe. Er war  niederländisch-friesischer Theologe und wurde Namensgeber der Mennoniten. Sein Nachname wurde auch Simonszoon geschrieben, was Sohn von Simon bedeutet.


Die Mennoniten
Mennoniten sind eine evangelische Glaubensgemeinschaft, die aus den Täuferbewegungen der Reformationszeit hervorgegangen ist. Der Name leitet sich von dem aus Friesland stammenden Theologen Menno Simons ab. Geschichtlich eng mit den Mennoniten verbunden sind die Hutterer, die bereits in den 1530er Jahren entstanden, und die Amischen, die sich in den 1690er Jahren im Elsass, der Schweiz und im Südwesten Deutschlands von den Mennoniten abspalteten.
In einigen Regionen sind Mennoniten auch als Alttäufer, Altevangelisch Taufgesinnte (in der Schweiz) oder Doopsgezinde (niederländisch für Taufgesinnte) bekannt.


Die Lutheraner
Die Lutheraner sind eine christliche Konfession die auf das Wirken von Martin Luther im Zuge der Reformation zurückgeht. Die Bezeichnung "Lutheraner" war ursprünglich eine polemische Bezeichnung von römisch-katholischer Seite zur Identifizierung der Protestanten als Ketzer. Johannes Eck verwendete sie in seiner 1520 erschienenen Schrift "adversus Lutheranos, et alios hostes Ecclesiae" (Gegen die Lutheraner und andere Feinde der Kirche).
Erst später wurde der Begriff zur Selbstbezeichnung, um eine Abgrenzung sowohl zu den römischen Katholiken als auch zu den Evangelisch-Reformierten zu demonstrieren.
Ursprünglich war es das Hauptanliegen Luthers, die römische Kirche zu reformieren. Erst mit der Confessio Augustana (Augsburger Bekenntnis) von 1530 wurde deutlich, dass eine Reformation der Altgläubigen nicht möglich war.
Lutheraner lehnen die Marienverehrung und das Papsttum als blasphemisch ab. Ihre Kirchen bzw. Gemeinden nennt man daher "Lutherische Kirchen" (bzw. Gemeinden) oder "Evangelisch-Lutherische Kirchen" (bzw. Gemeinden).
Quelle und weitere Informationen

Die lutherischen Kirchen haben heute drei Hauptrichtungen, die sich in drei weltweiten Organisationen ausdrücken:

  1. Lutherischer Weltbund, gegründet 1947 mit 147 Mitgliedskirchen und ca. 66 Millionen Mitgliedern, zu dem u. a. die deutschen Evangelisch-Lutherischen Landeskirchen und die Evangelical Lutheran Church in America gehören

  2. Internationaler Lutherischer Rat mit 30 Mitgliedskirchen und ca. 5 Millionen Mitgliedern, zu dem u. a. die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche und die Lutheran Church - Missouri Synod gehören

  3. Konfessionelle Evangelische Lutherische Konferenz mit 20 Mitgliedskirchen und ca. 500.000 Mitgliedern, zu der u. a. die Evangelisch-Lutherische Freikirche und die Evangelisch-Lutherische Wisconsin-Synode gehören.

Zum Wortlaut der   E  K  L  Ä  R  U  N  G

als pdf

Auch zum ansehen: V  I D E O
"LWB-Vollversammlung bittet Mennoniten um Vergebung"

 

Der Präsident der Mennonitischen Weltkonferenz Bischof Danisa Ndlovu aus Simbabwe betonte
in einer bewegenden Antwort auf die Erklärung des Lutherischen Weltbundes:

„Wir sind tief bewegt von Ihrem Geist der Buße und von Ihrer Bitte um Vergebung.
Wir glauben, dass Gott heute Ihr Bekenntnis gehört hat
und Ihrer Bitte um Vergebung entsprochen hat.
Wir schliessen uns Gott freudig und demütig an, Ihnen zu vergeben.“


 


 
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