Das Prinzip HoffnungZum 125. Geburtstag von Ernst Bloch "Die wirkliche Genesis ist nicht am Anfang, sondern am Ende, und sie beginnt erst anzufangen, wenn Gesellschaft und Dasein radikal werden, das heißt sich an der Wurzel fassen"
 Ernst Bloch * 8. 7.1885 (Ludwigshafen) - † 4.8.1977 (Tübingen) Foto: Bundesarchiv via wikimedia
| "Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wohin gehen wir? Was erwarten wir? Was erwartet uns? Viele fühlen sich nur als verwirrt. Der Boden wankt, sie wissen nicht warum und von was. Dieser ihr Zustand ist Angst, wird er bestimmter, so ist er Furcht. Einmal zog einer aus, das Fürchten zu lernen. Das gelang in der eben vergangenen Zeit leichter und näher, diese Kunst ward entsetzlich beherrscht. Doch nun wird, die Urheber der Furcht abgerechnet, ein uns gemäßeres Gefühl fällig. Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen. Seine Arbeit entsagt nicht, sie ist ins Gelingen verliebt statt ins Scheitern." (Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung, zitiert aus dem Vorwort)
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Sozialismus trifft Eschatologie Am 8. Juli 1885 wurde er in Ludwigshafen geboren. Bloch war marxistischer Philosoph mit jüdischer Herkunft und engagierter Gegner des Krieges. 1917 beendete er in Locarno sein Werk "Geist der Utopie", in welchem er seinen Begriff "Konkrete Utopie" entwickelte. Nunmehr verstand er sich als Sozialist, gleichzeitig nahm er eschatologische Gedanken auf und beschäftigte sich mit dem so genannten 'Ende der Geschichte durch eine neue Welt'. Nach Hitlers Machtübernahme wurde Bloch aus politischen Gründen ausgebürgert und emigrierte mit seiner ebenfalls jüdischen Lebensgefährtin Karola Piotrowska in die Schweiz. Im amerikanischen Exil schrieb er sein vielfach als Hauptwerk bezeichnetes Buch 'Das Prinzip Hoffnung'. Bloch, Moltmann und Sölle Ernst Bloch hatte auf Grund seiner kenntnisreichen und originellen Ausführungen zu Themen der Religion, speziell des Judentums und Christentums sowie zum Atheismus großen Einfluss auf die Theologie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, beispielsweise auf Jürgen Moltmann und auf Dorothee Sölle. Das äußert sich beispielhaft an den korrespondierenden Titeln 'Das Prinzip Hoffnung' (Bloch) und 'Theologie der Hoffnung' (Moltmann) sowie Blochs 'Atheismus im Christentum' und Dorothee Sölles 'Atheistisch an Gott glauben'.
Die Koalition der utopischen Geschwister Marxismus und Christentum. Eine ideale Gesellschaft, die dem Reich Gottes auf Erden gleiche, das war sein Traum.
Ausführlich breitet Bloch seine Religionsphilosophie im dritten Band des Prinzips Hoffnung aus:
Worin noch niemand war: Heimat "Die wirkliche Genesis ist nicht am Anfang, sondern am Ende, und sie beginnt erst anzufangen, wenn Gesellschaft und Dasein radikal werden, das heißt sich an der Wurzel fassen. Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch. Hat er sich erfasst und das Seine ohne Entäußerung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat".
Später im Band Atheismus im Christentum heißt es: "Nur ein Atheist kann ein guter Christ sein, gewiss aber auch: Nur ein Christ kann ein guter Atheist sein".
Ernst Bloch zum ansehen und anhören bei youtube Blochs Grabstein in Tübingen: "Denken heißt überschreiten Das Prinzip Hoffnung"
Werke * Kritische Erörterungen über Heinrich Rickert und das Problem der Erkenntnistheorie, Dissertation, 1909. * Geist der Utopie, München, 1918. * Thomas Müntzer als Theologe der Revolution, München, 1921. * Spuren, Berlin, 1930. * Erbschaft dieser Zeit, Zürich, 1935. * Freiheit und Ordnung, Berlin, Aufbau-Verlag, 1947. * Subjekt – Objekt, 1949. * Christian Thomasius, 1949. * Avicenna und die aristotelische Linke, Leipzig, 1949. * Das Prinzip Hoffnung, 3 Bde, 1954–1959 (ISBN 3-518-28154-2).[10] * Widerstand und Friede. Aufsätze zur Politik, Suhrkamp-Verlag, 1968, Neuausgabe 2008 mit der DVD Ernst und Karola Bloch. Die Tübinger Zeit (ISBN 978-3-518-41981-6). * Spuren, 1959 (ISBN 351828150X) * Naturrecht und menschliche Würde, 1961. * Tübinger Einleitung in die Philosophie, Suhrkamp-Verlag, 1963 (ISBN 3518100114). * Atheismus im Christentum, Suhrkamp-Verlag, 1968 (ISBN 3518281631). * Politische Messungen, Pestzeit, Vormärz Suhrkamp-Verlag, 1970 (ISBN 3518281607). * Das Materialismusproblem, seine Geschichte und Substanz, Suhrkamp-Verlag, 1972 (ISBN 3518281569). * Experimentum Mundi. Frage, Kategorien des Herausbringens, Praxis, Suhrkamp-Verlag, 1975 (ISBN 351828164X). Quellen: Das Prinzip Hoffnung, (Ernst Bloch) Wikipedia, Ernst Bloch Zentrum youtube.com |