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Geschrieben von GB, DH, EV   
Dienstag, 6. Juli 2010

"Opfere jetzt das, woran du geglaubt hast"

 Zum 50. Todestag des Stammapostels Johann Gottfried Bischoff

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11. Juli 1960: Am offenen Grab des Stammapostels Johann Gottfried Bischoff
(
* 2. Januar 1871  -   †  6. Juli 1960 )

Als am 6. Juli 1960 Johann Gottfried Bischoff starb, erfuhr seine Gemeinde zunächst nichts. Der ev. Kirchenrat Kurt Hutten veranlasste, dass die Todesnachricht über die Deutsche Presse-Agentur verbreitet wurde. Es wird berichtet, dass die Trauerfeier von Stammapostel Bischoff am 11.7.1960 für 11.00 Uhr anberaumt gewesen sei. Gegen 9.00 Uhr sei die Beerdigung allerdings schon vorüber gewesen. Sie sei nicht nur in aller Stille, sondern auch in aller Heimlichkeit und untypisch für einen Apostel verlaufen: Kein Chor, keine Geschwister (Mitglieder der NAK) -  nur die Familienangehörigen sowie einige Apostel nahmen an der Trauerfeier teil.
(Foto aus dem Buch: „Johann Gottfried Bischoff“, Ausgabe 1997, Friedrich Bischoff Verlag)

CiD legt mit der "Wächterstimme" vom 15. August 1960 ein wichtiges Stück neu-apostolischer Kirchengeschichte vor. Dem interessierten Leser sei angeraten, das Dokument nicht nur fragmentarisch zu lesen. Wer bei dieser Lektüre gründlich vorgeht, kann unabhängig von seinem eigenen Standpunkt die dramatische Situation der damaligen Neuapostolischen Kirche besser verstehen.

Andererseits erfährt der Leser auch merkwürdige, teils grotesk anmutende theologische Rettungsversuche, eine eigentlich gescheiterte religiöse Gemeinschaft zu stabilisieren.
Besonders in den ersten Jahren nach Bischoffs Tod haben sich externe Beobachter analysierend mit der Frage beschäftigt, weshalb die Rettung in einer solchen Krise grundsätzlich funktionierte.
Ob hier göttliches Walten oder psychologische Phänomene die Hauptrolle spielten, das mag jeder Leser für sich entscheiden.

Inwiefern Stammapostel Bischoff im Vorfeld selbst an einer posthumen Legendenbildung mitgewirkt hat, bleibt eine spannende Frage. Fest steht, dass er bereits am Ostersonntag 1960 "theologisch verwertbares" Material lieferte, als er in seiner Predigt in Essen ausführte:

"Die Zubereitungszeit, die gewiß mancherlei Bitterkeiten mit sich bringt, findet aber ihr Ende, und es wird kommen, was der Herr verheißen hat. Daß der Herr Mose vor dem Einzug ins gelobte Land sterben ließ, änderte nichts an der Erfüllung seiner Zusage, dem Volke Gottes das Land Kanaan zu geben.“
(Quelle: UF 5. Juni 1960)


Der aufmerksame Leser wird im hier vorgelegten Text diesen Rettungsanker wieder finden, wenn im Schlusssatz seiner Biografie festgestellt wird:

"In rastloser Hingabe an das Werk des Herrn vollendete sich seine Pilgerreise;
wie einst Mose wurde er vor Erreichen des Zieles abberufen."

"Opfere jetzt das, woran du geglaubt hast"

Es ist erstaunlich, mit welch sonderbaren theologischen Analogien versucht wurde, den entstandenen Scherbenhaufen zu beseitigen. So verweist Bischoffs Amtsnachfolger, Stammapostel Walter Schmidt, auf die Opferung Isaaks und fordert von den Gläubigen:

"Heute ist der Herr zum Volke Gottes gekommen und hat auch gesagt:
Opfere jetzt das, woran du geglaubt hast, die Botschaft des Stammapostels!"

Wir wünschen dem interessierten Leser eine spannende Lektüre, und hoffen, dass damit die Dramatik und Faszination, aber auch die Absurditäten und Verletzungen dieser Ära etwas durchschaubarer werden.

Wächterstimme vom 15. August 1960
Nachdruck   DH/CiD

 

 

Wächterstimme vom 15. August 1960
ACHTUNG 2,5 MB - Gescanntes Original   DH/CiD

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Siehe auch CiD-Artikel vom 6. Juli 2007:

Stimme einer präsenten Vergangenheit
Tondokument: Die gesprochene Botschaft von Stammapostel J.G. Bischoff:

"Geben wir uns, meine lieben Geschwister, darin keiner Täuschung hin: Der Sohn Gottes kommt zu meiner Lebzeit!..." 

Foto und Tondokument Copyright CiD
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 Johann Gottfried Bischoff
   *2. Januar 1871,  † 6. Juli 1960

  (Stammapostel in der NAK von 1930-1960)

  Foto: CiD


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"Durch das Ausscheiden aller Zweifler, Rechthaber und Eigenbrötler

ist unter seiner Führung
 die völlige Einheit in allen Glaubensfragen,

nicht nur im Kreis der Apostel,
sondern auch in allen Gemeinden der Neuapostolischen Kirche
auf der ganzen Erde
hergestellt worden.
"

(Wächterstimme, 15. August 1960)


 
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